Alltag
Ein Arbeitstag ist vorbei. Wieder die vielen Kunden. Manche sehr unfreundlich und präpotent. Manche haben auch ein Lächeln. Aber eben wenige. Wegen der vielen Gemeinheiten, bin ich sehr misstrauisch geworden. Die Arbeit ging sehr langsam voran. Kein Wunder, die Nacht war kurz. Ich denke immer über alles zu lange nach. So liege ich lange wach und morgens bin ich dann wie gerädert. Es fällt mir alles sehr schwer. Sogar ein lächeln. Ich bin müde. Sehr, sehr müde. Ich versuche die Arbeit gut zu machen - aber ich bin so müde. Die Medikamente die ich nehmen muss machen zusätzlich müde. Wenn ich nach Hause komme bin ich kaum noch imstande etwas zu erledigen. Einkauf, Haushalt, die Tiere versorgen. Was unbedingt sein muss wird erledigt. Aber mehr geht nicht. Ich bin körperlich und seelisch ausgepowert. Was früher ganz leicht ging ist unmöglich geworden. Ist es das Alter? Sind es die Kilos zuviel? Wahrscheinlich weil die Seele weint. Aber es ist nicht mehr so schlimm wie es schon war. Manchmal wird es schon besser. Der Abend wird wie immer. Das Internet und ich. Die virtuellen "Freunde". Da kann ich sein wie ich bin. Kann alles sagen, was ich denke ohne kritisiert zu werden. Und wenn - ist es mir egal. Es ist ja jeder anonym. Man ist nicht gekränkt, wenn jemand die Wahrheit sagt, die man sonst nicht hören will. Später dann noch TV. Ganz versinken in einem rührenden Liebesfilm und mitweinen, das tut gut. Oder vor Spannung die eigenen Sorgen vergessen. Dann ist auch schon wieder der Abend um, schade. Es ist so gemütlich zu Hause. Da ist man geschützt.
Europa_196 - 18. Apr, 20:26